Das hätte ich nicht gedacht. Anfang April 2010 konnte ich die nun fertig sanierte Kita Hummelflug am Plänterwald besichtigen. Oh! Hier ist aber viel passiert!
Im Jahr 2006 wurden 2 völlig marode Kindertagesstätten von der Sozialdiakonischen Arbeit übernommen - die Kita Spreeknirpse in Niederschöneweide und die Kita Hummelflug. Sie war in baulich erbärmlichem Zustand. Anfang der sechziger Jahre im vorigen Jahrhundert und Jahrtausend erbaut, war seitdem dort eigentich erneuert worden. Da ich bei der Sozialdiakonischen Arbeit Geschäftsführer bin, habe ich mich auf die Suche nach Fördermitteln gemacht, und wurde fündig - im Rahmen des Europäischen Fond für Regionale Entwicklung. Und im Investitionspakt. Ergänzt durch Eigenmittel - eine ziemliche Kraftanstrengung - wurden in den beiden Einrichtungen im letzten und in diesem Jahr etwa zwei Millionen Euro invesiert.
Das hat sich richtig gelohnt: Wärmedämmung in Dach und Wänden, Dreifach-Isolierverglasungen, Modernisierung aller Haustechnik, Holz-Pellet-Heizung in der Spreeknirpse, automatische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in der Hummelflug ... Also der Energieverbrauch der Häuser wurde um mindestens 2/3 reduziert. Modernster Standard in den Häusern - die Kitas brauchen sich nicht mehr verstecken. Beiträge zur Rettung unserer Welt. Na erst recht für unsere Kinder, die ja dort in die Kita gehen.
Außerdem sehen die Häuser nun klasse aus - das Architekturbüro Hinz hat sich hier mal was richtig Gutes einfallen lassen. Aus den alten sechziger Jahre-Häusern wurden moderne architektonische Baukörper. Zukunftssignale in den Stadtteilen. Das passt zu den Kindern, das passt zur Sozialdiakonischen Arbeit!
Für uns alle ist es selbstverständlich, dass wir für unser Kind einen Kita-Platz finden. Vielleicht nicht immer der Wunsch-Kita-Platz, aber wenigstens finden wir einen guten Kita-Platz für unser Kind.
Das ändert sich zurzeit in unserem Bezirk Lichtenberg. Genau so wie in den anderen Berliner Bezirken. Dabei sind es alles erfreuliche Entwicklungen: Die Geburtenrate steigt. Prima. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz wird erweitert. Na endlich. Kita-Jahre werden nach und nach für die Eltern beitragsfrei ? Entlastung der Familie. Der Betreuungsschlüssel-also das Verhältnis Kinder/Erzieherinnen-verändert sich in den nächsten Jahren so, dass die Gruppen kleiner werden. Bestens.
Aber: Mehr Kinder brauchen mehr Kitaplätze. Beitragsfreie Kita-Plätze werden noch mehr nachgefragt. Und dann noch das Dilemma mit dem erzieherischen Personal: Weil das Verhältnis Kinder/Erzieherinnen verbindlich geregelt ist, wird viel mehr Personal gebraucht. Tausende ErzieherInnen in Berlin. Es gibt aber gar kein arbeitssuchendes erzieherisches Personal.
Der Bezirk hat den Kita-Entwicklungsplan vorgelegt. Es fehlen in den nächsten Jahren mehr als 1.000 Kita-Plätze im Bezirk. Der Bezirk hat insgesamt knapp 10.000 Kita-Plätze. Was heißt das? Mehr als jede 10 Familie wird in den nächsten Jahren auch nach vielem Suchen keinen Kita-Platz finden können. Weil es diesen einfach nicht gibt. Ein Desaster, für jede dieser Familien.
Was wir brauchen ist schnell gesagt: Mehr Platz und mehr Fach-Personal. Doch wie kann das realisiert werden?
Aus fachpolitischen Erwägungen heraus kann jedenfalls die durch den rot-roten Senat eilig geschaffene >>Externenprüfung<< für ErzieherInnen nicht unterstützt werden ? hier werden Menschen durch einmalige Prüfung sofort zu Fachpersonal erklärt. Außerdem dürfen Kita-Träger ihre Mitarbeiter in berufsbegleitender Ausbildung ab ihrem ersten Ausbildungstag als Fachpersonal einsetzen. Ich bezweifele, dass diese Regelungen gut sind für unsere Kinder, die Bildungsarbeit in den Kitas und für das Image der erzieherischen Berufe.
Die Ausbildungsstätten müssen ihre Kapazitäten deutlich erweitern. Und die Möglichkeiten der berufsbegleitenden Ausbildung für Quereinsteiger verbessern.
Und wir müssen in unserem Bezirk ein Klima schaffen, dass Kita-Träger ermutigt, ihr Kita-Angebot zu erweitern oder hier bei uns im Bezirk Kita-Plätze zu schaffen, dort wo sie besonders benötigt werden.
Jedes Kind soll seinen Kita-Platz bekommen können. Und: Kita-Arbeit im Bezirk soll überall auf fachlich verlässlichem, hohem Niveau gewährleistet werden.
Maserati. Bis vor wenigen Wochen wusste ich nicht mal, dass dies ein teurer italienischer Sportwagen ist. Seit einigen Wochen geistert der Maserati im Zusammenhang mit der Treberhilfe durch die Presse. Ein Träger der Sozialen Obdachlosen-Arbeit. Dessen Chef ist durchgeknallt. Er fährt Maserati, hatte Chauffeure und Hauspersonal, ließ sich auf Kosten der Treberhilfe eine Villa sanieren ... und >>nebenbei<< bezahlte er sich eine Chef-Vergütung von jährlich etwa 350.000 Euro. Und das alles zu Lasten der Mitarbeiter, die in der Treberhilfe untertariflich vergütet werden.
Stopp! So geht das nicht! So darf in keiner Organisation mit Menschen und Geld umgegangen werden. Schon gar nicht in der Sozialen Arbeit. Und schon ganz und gar nicht mit Steuermitteln.
Der Staatsanwalt ermittelt nun im Korruptionsfall Treberhilfe. Aber das ist nur die eine Seite. Viel wichtiger ist die Frage des Vertrauens in die Soziale Arbeit. Ohne breites öffentliches Vertrauen funktioniert da nichts. Das Engagement für Hilfsbedürftige braucht öffentliche Akzeptanz und Unterstützung. Sonst kann sie nicht arbeiten. Aber weil es die vielen hilfsbedürftigen Menschen gibt, braucht unsere Gesellschaft die Soziale Arbeit. Unverzichtbar.
Der >>Fall Treberhilfe<< ist der Super-GAU für das öffentliche Vertrauen in die Soziale Arbeit. Es wird viele Jahre brauchen, um das Vertrauen wieder herzustellen. Andererseits macht uns die Diskussion aufmerksam auf Schwachstellen im System. Kontrolle und Regulation durch Senat, Wohlfahrtsverbände und Aufsichtsbehörden haben nicht funktioniert.
Wir brauchen funktionierende Kontroll- und Regulationsmechanismen, um Missbrauch von Steuermitteln zu verhindern. Wir brauchen Transparenz, Personalvertretung und mindestens Mindestlohn bei allen Trägern sozialer Arbeit in Berlin!
Lichtenberg ist Berliner Schlusslicht bei der Solarenergie. Eine Initiative aus dem Kreisverband Bündnis90/Die Grünen, bei der ich aktiv mitwirke, wird das ändern. Wir regen die Gründung einer Bürgersolaranlage an. Wie das geht? BürgerInnen investieren Geld - jeweils Beträge ab 500?, je nach persönlichem Vermögen - in eine gemeinsame Anlage, die in Lichtenberg errichtet wird. LiSE - Lichtenberger Sonnenenergie - wird die Anlage heißen und mindestens 50 kW Strom erzeugen (kWp). Zurzeit suchen wir ein Dach. Aber Lichtenberger Dächer gibt?s ja genug, da wird sich eines finden. Wollen Sie mitmachen? Oder sind interessiert? Dann kontakten Sie mich.
Vattenfall betreibt in der Rummelsburger Bucht das Kraftwerk Klingenberg. Einer der wichtigen Standorte in der Stadt für die Fernwärme. Es ist alt und verschlissen. Es muss ersetzt werden.
Gut, dass Vattenfall endlich erklärt hatte, dass das mit dem Neubau eines riesigen Kohlekraftwerks mitten in der Stadt wohl doch keine so gute Idee war - die Pläne wurden aufgegeben. Nun wird die Errichtung von Bio- und Gaskraftwerken am Standort geplant. Viel größer als bisher. Die Planung wirft eine Menge Fragen auf.
Bündnis90/Die Grünen in Lichtenberg haben die Fragen gestellt. Wir haben ein unabhängiges Gutachten durch das >>Büro für Umweltfragen ? Umweltnetzwerk / Hamburg<< erstellen lassen. Das Gutachten kommt zu dem Fazit, dass >>...die derzeitige Planungsgrundlage zum Bau der 3 Anlagen, im Besonderen der 2 Biomassekraftwerke nicht für eine Genehmigung geeignet...<< ist. Wir haben daraus unsere Positionen abgeleitet.
Wir brauchen eine zukunftsfähige, sichere und ökologische Fernwärmeversorgung für Lichtenberg und Berlin. Und wir brauchen Energieerzeugung jenseits des derzeitigen Kohlekraftwerks Klingenberg. Deshalb werden die Planungen für den Kraftwerksstandort an der Rummelsburger Bucht überarbeitet werden müssen.
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